Kurzfilm – work in progress

Bildschirmfoto 2017-02-13 um 18.24.12

In den Februarferien sind mein Freund und ich für drei Tage nach Greifswald gefahren. Tibor schauspielert und macht Musik – also die Gelegenheit, meine neue Filmausrüstung einzuweihen! Mit meinem kleinen, biegsamen Stativ, dazugehörigem iPhone-Adapter, einem Stick und meinem iPhone mit genügend freigeschaufeltem Speicherplatz im Gepäck und einer Filmidee im Kopf sind wir also los.

Ja, ich filme mit dem iPhone. Dazu verwende ich die App „Filmic Pro“, mit der professionelle Journalisten ihre Einminüter drehen. Dieser Beitrag auf journalisten-tools.de hat mich dazu inspiriert.

Bildschirmfoto 2017-02-13 um 18.30.30

Ein Freund meines Vaters, der in Greifswald wohnt, holte uns vom FlixBus ab. „Na, was haltet ihr davon: Ab zum Strand?“ Was für eine Frage! Wir sprangen auf die drei Sitze hinter dem Lenkrad seines Kleinbusses, mit dem er sichtlich täglich durch die Kleinstadt cruist. Neben Puppenspielfiguren stapelten sich diverse zerfledderte Flyer für Theaterfestivals. Irgendwelche wichtigen, längst verstorbenen Persönlichkeiten, denen diese Festivals gewidmet wurden, starrten mich an. „An diese Ecke hier kommt man nämlich ohne Auto ziemlich schlecht“, erklärte er und stellte den Motor ab. Vor uns erstreckte sich das Meer, die Wellen rauschten, die Möwen kreischten.

Tibor hatte eigentlich vor, schwimmen zu gehen. Aber als wir in eine Decke eingewickelt und dennoch bibbernd durch den feuchten Sand stapften, war er sich doch nicht mehr so sicher. Dafür konnte ich tolle Aufnahmen machen. Allerdings musste ich mich anfangs erst einmal in die Technik reinfuchsen. Am Abend stellte sich heraus: alle Clips weg. „Was soll’s, wir fahren einfach noch mal zum Strand“, meinte Tibor, als ich völlig aufgelöst in meinem Sessel hing. „Können wir nicht! Wir haben kein Auto!“

Bildschirmfoto 2017-02-13 um 18.23.14

Am nächsten Tag drehten wir in der Altstadt.

Ich hatte vor unserem Start die Geschichte sowie ein paar Szenenideen entworfen. Ein Junge haut von zu Hause ab. Seine Reise dokumentiert er mit einer Kamera. Doch plötzlich entwickelt diese ein Eigenleben und versucht, ihn in sehr persönlichen und intimen Momenten abzupassen – wogegen er sich mit allen Mitteln zu wehren versucht.

Am letzten Tag fuhren wir mit dem Bus aus Greifswald raus in Richtung Ostsee. Wir kamen zwar nicht an den Strand, an dem wir am ersten Tag waren. Doch dafür stießen wir auf eine andere interessante Kulisse: Statt Sandstrand und blauem Himmel boten sich uns vereiste Wellen und Gegenlicht. Also alles in allem kein schlechter Tausch.

Der letzte Nervenkitzel war – wie immer – das Gerenne zum FlixBus. Doch schließlich saßen wir völlig außer Puste, durchgeschwitzt und mit stechenden Seiten, aber sehr zufrieden im Bus.

Bildschirmfoto 2017-02-13 um 18.25.48

Spätestens in den nächsten Ferien, wenn die Klausurphase vorbei ist, drehen wir die Szenen, die drinnen spielen. Außerdem bin ich zur Zeit dabei, das bisher verfügbare Material zu schneiden – und mir das Ende der Geschichte auszudenken …

Ich muss sagen, alles in allem funktioniert das Filmen mit dem iPhone, Filmic Pro und dem restlichen Zubehör sehr gut – wenn man die anfänglichen Schwierigkeiten überstanden hat. Vielleicht kaufe ich mir noch Objektive für die iPhone-Linse, ein externes Blitzgerät und ein externes Mikro.

Bildschirmfoto 2017-02-13 um 18.33.39

Die Bildeindrücke sind Screenshots aus dem Filmmaterial.

Kommentar verfassen