„Es ist wichtig, dass die Gruppe funktioniert!“

Vollständiges a:k-Interview, 2. Teil: Sprach- und DS-Lehrerin Frau Pack über Teamarbeit im Kurs

about:kurt: Frau Pack, welche Rolle spielt die Gemeinschaft – wie funktioniert das untereinander?

Frau Pack: Ja, also das ist ’ne sehr gute Frage, weil es spielt ’ne sehr große Rolle, die Gemeinschaft! Das unterscheidet den DS-Kurs dann auch vom Spanischkurs, wo ich natürlich auch gerne ’n gutes Gruppengefühl haben will, weil ich denke, dass man nur so gut lernen kann. Bei DS ist es aber die Grundlage. Da geht gar nix, wenn die Gruppe nicht funktioniert! Spanisch könnte man brutal auch so noch unterrichten, macht keinen Spaß, aber … Aber bei DS mach ich am Anfang viele Spiele und Übungen, damit die Gruppe sich gut kennenlernt, und damit die wirklich Vertrauen zueinander entwickelt, und dass man sich auf einander verlassen kann und dass man sich auch öffnen kann in der Gruppe, ohne dass man Angst haben muss. Das ist ganz wichtig, dass man sich voreinander auch zum Horst macht, und natürlich, dass man weiß, dass man nicht ausgelacht wird. Also Gefühle haben da ’nen ganz wichtigen Platz. Und ich mach’s auch so, dass wir sogar untereinander die Handynummern austauschen, weil ich will einfach wissen wann und warum jemand nicht kommt oder doch kommt – also es muss ein doch engeres Verhältnis sein, damit man da zusammen was schaffen kann, wenn man durch so viele Emotionen miteinander geht. Da geht gar nix, wenn die Gruppe nicht funktioniert! Und das ist schwer.

Was ist daran kompliziert, so ein Team aufzubauen?

Schwierig ist zum Beispiel, dass es in der 11. Klasse eine Konstellation gibt und in der 12. Klasse ändert die sich dann nochmal. Das finde ich schade, da hat man grade ein Gefüge gebaut und dann wird’s nochmal verändert, das hat mich schon oft gequält … Ja, und die Schüler untereinander haben natürlich auch schon ihre Muster und Strukturen aufgebaut, also Cliquen und Gruppen und Hierarchien etc.pp., und die sollten sich hier idealer Weise auflösen. Der Schul-Kontext macht die ganze Sache nicht leichter.

Die Benotung …

Ja, und die Benotung, die ist auch schwierig oft. Ich versuche, die ganz transparent zu machen, indem ich die Kriterien austeile und offenlege und versuche, im Gespräch darüber zu bleiben.
Übrigens, was die Aufführung betrifft, die wird nicht benotet – aber alles, was bis zur letzten Minute davor geschieht! Der Weg dorthin ist das, was zählt für die Note. Für die Aufführung selbst möchte ich aber keinen zusätzlichen Druck kreieren. Das Adrenalin ist ja schon Droge genug. Damit jeder dann frei ist im Kopf und spielen kann, gut spielen kann. Deswegen wird die Aufführung nicht benotet.

Die Kriterien sind …

… wie ich schon angedeutet habe: Das Engagement für die Gruppe, für’s Projekt, inclusive zusätzlicher Probenzeit, Zuverlässigkeit, und vor allem auch die Bereitschaft, sich lächerlich zu machen und den Körper zu benutzen und auch über die Anstrengung zu gehen und dran zu bleiben, Kritik anzunehmen und konstruktive Kritik zu geben. Wirklich präsent sein, körperlich und geistig.

Wovor sollte ich mich denn fürchten, wenn ich den DS-Kurs wähle?

Fürchten? Gar nicht! Also Lampenfieber ist ’ne gute Furcht, das steigert dann die Performance meistens – außer, es ist zu doll. Aber man braucht ja schon ’n bisschen Adrenalin auf der Bühne.
Also, man sollte sich freuen möglichst, über die eigenen Grenzen zu gehen. Das kann natürlich auch Angst machen. Und dann hoff ich ganz doll, dass man die Angst dann los wird – weil man sieht, hey, die andern machen’s auch, ich kann hier die Sachen rauslassen – und ich kann hier auch Fehler machen. Und ich lass mich mal drauf ein, was zu machen, was ich noch nie gemacht hab, ich geh mal raus aus meinen Mustern!

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© Kundry Rymon - about:kurt 6/2015-o #2

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