„… bis die Sängerin Nellie in der Probe einfach umfällt.“

Vollständiges a:k-Interview, 3. Teil: Sprach- und DS-Lehrerin Frau Pack: Warum ihr euch das Stück des DS 12 anschauen solltet …

about:kurt: Frau Pack, ist eine Aufführung mal nicht zustande gekommen?

Frau Pack: Bei mir jetzt nicht, aber bei meinen Kolleginnen – und ich kann’s mir auch bei mir vorstellen. Wenn da der Wurm drin ist! Also, man kann so’nen Prozess nicht vorhersehen. Da geht man durch Hochs und Tiefs in einer Tour und immer wieder kommen neue Hürden und Probleme. Das sage ich auch in der ersten Stunde, dass das kein Spaziergang ist oder Zuckerschlecken, sondern dass das einfach dazu gehört. Und ja, natürlich kann man an solchen Hindernissen auch scheitern.

Aber das Stück jetzt wird zur Aufführung kommen!

(klopft auf die Lehne) Knock on wood. (lacht)

Warum sollte man es sich anschauen?

(lacht) Ich mag den Autor, der heißt Lutz Hübner, der hat waaahnsinnig viele Stücke geschrieben und viele haben Preise gewonnen. Der lebt, der ist jetzt dabei, die zu schreiben. Der hat zum Beispiel auch „Frau Müller muss weg“ geschrieben, das läuft grad in den Kinos. Das ist ein Stück, das am Gripstheater lief und jetzt wurde es sogar verfilmt.
Also, ich mag das Stück, obwohl es wirklich ein krasses, trauriges Thema hat, aber der Lutz Hübner macht das trotzdem mit Humor, das finde ich reizvoll. Und wir machen auch noch was damit – wir fügen in das realistische Stück noch ein paar Ebenen ein, ein paar Brüche.

Worum geht’s?

Ach, ich will doch nicht so viel vorweg nehmen! (lacht) Also, es geht um eine Band, und diese Band, fünf Jugendliche, die wollen an so’nem Contest teilnehmen und die Sängerin Nellie ist auch richitg fit und die proben und denken an nichts anderes, bis auf einmal die Nellie in der Probe einfach ohnmächtig umfällt. Und dann dringt die Diagnose von ihrer Krankheit ein in diese Konstellation, wie der Tumor in ihrem Kopf. Wie geht jetzt jedes Band-Mitglied damit um? Wie geht sie selbst damit um? Der Saxophonist ist ihr Freund und die Schlagzeugerin ihre beste Freundin – und was passiert jetzt mit diesem Contest? Machen sie trotzdem mit, ohne sie, mit ihr? Und mehr will ich nicht verraten – und das Ende schon gar nicht! Deswegen soll man gucken kommen.

Wird auch gesungen?

Ja! Wir haben zwei Besetzungen, ich hab das Stück angefangen, als wir noch ganz wenige waren in der 11. Klasse, die alle Musiker waren, deswegen hab ich das auch ausgewählt. Dann aber kam die 12. Klasse und wir waren plötzlich nicht mehr neun, sondern 21! Und wir haben ’n paar gute Musiker verloren und viele dazu bekommen, die keine Instrumente spielen. Deswegen haben wir zwei Besetzungen, eine, die Instrumente spielt und eine nicht und da müssen wir’s dann einspielen, so haben wir das gelöst.
Und außerdem haben wir choreographische Szenen eingeschoben, die mir besonders am Herzen liegen, wo wir das, was auf der Bühne in den Spielszenen passiert, mit dem Körper in Bewegungen umsetzen. Ich will auch da nicht zu viel verraten. Wir versuchen uns am Bruch des Realismus – ohne, dass es das Realistische verliert.

???

Also, es nicht ganz platt eins zu eins spielen. Sondern wir versuchen, dem noch was dazu zu geben, noch ’ne andere Ebene. Aber es wird auf jeden Fall ein Stück sein, bei dem man genau versteht, was los ist, da brauchen alle keine Angst haben. Es wird keins dieser Stücke wo man denkt ‘uäh?’ – Not.
Ich weiß nicht, ob das jetzt gut genug ist als Werbung … (lacht)

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© Kundry Rymon - about:kurt 6/2015-o #3

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